FIS – Meeting in Zürich

Bahnbrechende Entscheidung.
Gröden und Alta Badia richten ab Saison 2006/7 Weltcupwoche mit insgesamt vier Rennen aus.

Vom 29. September bis zum 2.Oktober haben in Zürich die Herbstsitzungen des Internationalen Skiverbandes FIS stattgefunden. Dabei wurden auch die Strategien für die nächsten Jahre vorgestellt. Die Sitzung des Weltcupkomitees, die am 1.Oktober stattgefunden hat, wurde vom Vorsitzenden Erich Demetz geleitet. Der Alpine Skiweltcup soll künftig  zu neuem Prestige gelangen und interessanter werden. Vorgesehen ist beispielsweise die Konzentration wichtiger Rennen in einzelnen Regionen. Davon betroffen sind auch Gröden und Alta Badia. So sieht der Weltcup-Kalender 2006/07 und  2007/08 für die beiden Veranstalter große Neuerungen vor. Dazu ein Gespräch mit dem Vorsitzenden des Weltcupkomitees der FIS, Erich Demetz.

Herr Präsident: Können Sie uns bitte erklären, um welche Strategien es sich handelt?
Erich Demetz:
Ich muss sagen, dass es sich nicht gerade um neue Strategien handelt. Wir versuchen schon seit Jahren, Rennen auf einzelne Gebiete zu konzentrieren, um den Weltpokal noch interessanter und prestigeträchtiger zu gestalten. Dabei befinden wir uns aber ständig im Konflikt mit der Realität, nämlich jener der Sportpolitik, denn die nationalen Verbände müssen alle Veranstalter befriedigen. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Alpen, beispielsweise in Italien, von Triest bis Genua reichen. Dazu kommt das Apennin und alle Regionen wollen bei der Austragung von Rennen zum Handkuss kommen. Die neuen Formen, die wir ausgearbeitet haben,  wurden uns aber auch ein bisschen vom Markt aufgedrängt, der sagt, dass man zu einer Art Grand Prix kommen muss, also zur Konzentration von Veranstaltungen an einem Ort. Nur so können wir neue Formen des Sponsorings finden und die sind für das Überleben des Skisports unerlässlich. In diesem spezifischen Fall setzt sich also das Gespann Gröden/Alta Badia durch. Dies wegen der Tradition, Geschichte, Professionalität und anderer wichtiger Faktoren.

Werden künftig also weniger, aber dafür qualitativ hochwertigere Rennen ausgetragen?
E.D.
Wir müssen versuchen die Anzahl der Rennen zu verringern, weil der Wettkampfkalender im Augenblick gesättigt ist.  Klarerweise ist dies sehr schwierig, weil wir in drei Kontinenten der nördlichen Hemisphäre Rennen austragen. Zudem sind mehrere Disziplinen hinzugekommen, wie die Super-Kombination und der Team-Event. Damit ist der Weltcup-Kalender mit 100 Wettkampftagen fast ausgereizt.

Welche Rennen werden  ab der Saison 2006/07 in Gröden und Alta Badia  ausgetragen?
E.D.:
Insgesamt werden in Südtirol 4 Weltcuprennen ausgetragen. Davon zwei technische und zwei schnelle Disziplinen. Damit würde der Weltcup-Zirkus eine Woche in unserem Land verbleiben. Das Programm schaut dann folgendermassen aus: am Dienstag Slalom in Alta Badia, am Mittwoch und Donnerstag Abfahrtstraining in Gröden, am Freitag der Super G und am Samstag die Abfahrt auf der Saslong in Gröden, Sonntag dann der klassische Riesentorlauf auf der Gran Risa in Alta Badia.

Kann man davon ausgehen, dass die beiden Komitees ein wahres touristisches Event kreieren wollen, um Ankünfte und Nächtigungen  in der Frühsaison zu erhöhen?
E.D.:
Sagen wir, dass dies eine angenehme Begleiterscheinung sein wird. Ich bin Sportfunktionär und als solcher freut es mich, wenn es - als Nebeneffekt- gelingt, die Hotelbetten zu füllen. Unser Hauptziel aber ist und bleibt die Veranstaltung qualitativ hochwertiger Rennen. Was ich den Freunden aus Gröden und Alta Badia zudem vorschlage ist über eine Kombination nachzudenken. Diese hatte es ja schon gegeben, vor vielen Jahren und sie war von Erfolg gekennzeichnet. Meines Erachtens müssten die beiden Veranstalter eine Art große Kombination „Gröden/Alta Badi“ ausrichten, die alle vier klassischen Disziplinen beinhaltet. Dabei würde  man eine in seiner Art einzigartigen Model kreieren.