1960–1961

Im Jahre 1960 wird Tschucky Kerschbaumer (bekannt durch seine Sportbegeisterung und seine Teilnahme an den Mille Miglia Autorennen) zum Präsidenten des Ski Club Gröden gewählt. Sein Ziel ist unter anderem, das Niveau der in Gröden ausgerichteten Skirennen auf dasjenige der Lauberhorn- und Hahnenkamm- rennen zu bringen. Junge Grödner reisen nach Wengen und Kitzbühel, um dort die Feinheiten der Organisation zu erlernen. Inzwischen bewirbt sich Edmund Dellago, Ski Club Sekretär, bei FISI und FIS um die Ausrichtung eines FIS-A Rennens in Gröden, das dann für 1960/61 zuerkannt wird und aus einer Abfahrt auf der Dreier des Ciampinoi und eines Slaloms am Ronce-Hang in St.Ulrich besteht.

1961-1962

Auf Grund der bei der FISI herrschenden Rotation der Internationalen Rennen fällt das Herrenrennen aus und somit erhält Gröden ein DAMEN FIS-A, welches als Abfahrt auf der Vierer des Ciampinoi und als Slalom auf dem Dosses-Hang ausgetragen wird.

1962-1963

Kein Rennen im Winter 62/63. Die Begeisterung ist jedoch hoch und man trägt ein FIS B Rennen aus: Zwei Slaloms, einen in Wolkenstein mit Felix Denicolò als Sieger, den zweiten auf der Seceda mit Carletto Senoner als Gewinner. Es macht sich eine neue Generation von Grödner Rennläufern breit: Gerhard Mussner, Ivo Mahlknecht, Justi Demetz u.a. Und Erich Demetz hat eine Idee: eine Ski-WM. Er löst 1963 Tschucky Kerschbaumer als SCG Präsident ab und erinnert sich, dass bei der Generalver- sammlung des SCG um Jahre 1963 20 von 22 Anwesenden unter 25 Jahre alt waren. Dies waren die jungen Kräfte, die ihren Traum einer WM wahrhaben wollten.

1964-1965

Im Jahre 1965 wird das letzte FIS-A Rennen durchgeführt " ab 1965 wird diese Serie durch den von Serge Lang erfundenen Weltcup abgelöst. Dieses letzte FIS-A Rennen ist sowohl durch hohe Kosten (12 Millionen Lire) als auch durch die erstmals aus Italien erfolgte Eurovisionssendung eines Skirennens gezeichnet. Die Begeisterung schlägt hohe Wellen und man denkt konkret an eine Bewerbung um eine WM in Gröden. Fabio Conci, damaliger FISI-Präsident, ist jedoch skeptisch: es fehlen sowohl die organisatorischen als auch die politischen Voraussetzungen für eine derartige Veranstaltung. Auch kommen ihm diese jungen Grödner etwas naiv und leichtfertig vor. Nach geduldigen Verhandlungen mit der FISI und dank dem Rücknahme der Kandidatur eines anderen italienischen Wintersportortes erhält Gröden grünes Licht. Bereits am FIS-Kongress im rumänischen Mamaia wird gelegentlich der Pressekonferenzen anderer Kandidaten (!) wie Kitzbühel, Davos, Jackson Hole usw. eine in Eile gedruckter Vorinformation verteilt.

1966-1967

Während 1966 kein Rennen in Gröden stattfindet, reist eine Grödner Delegation im Mai 1967 nach Beirut, um dort eine professionell vorbereitete Kandidatur vorzustellen. Ein Film vom Luis Trenker, eine Riesenplastik des gesamten Grödner Tales, detaillierte technische Pläne, ausgefeilte PR-Strategien und eine zündende Rede Edmund Dellagos vor dem Kongress erbrachte bereits im zweiten Wahldurchgang den Sieg Grödens mit 39 Stimmen. Wie Sciare berichtet, liess man nichts dem Zufall über und „bereits vor der Wahl war der Kongress von der Tüchtigkeit der Grödner Demetz, Kerschbaumer, Sanoner und Dellago überaus beeindruckt“.

1968-1969

1968 finden keine Rennen statt, 1969 jedoch die ersten Weltcup-Veranstaltung mit einer Herren- und Damenabfahrt auf den neuen Strecken, der Saslong und der Cir. Und rasch kommt es zu einer ersten Polemik um die neue Herren- Abfahrtsstrecke. Weniger um die Strecke selbst als um die neue von der FIS gewollten Abfahrts-Philosophie. Karl Scharnz verweigert den Start, da er die Strecke als zu leicht empfindet. Vor dieser neuen Strecke bestanden die Abfahrten mehr aus einer Mut- und Risiko-Bereitschaftsprobe " es gab nur wenige Richtungstore, dafür jedoch jede Menge Buckel und Löcher. Es gewann jeweils derjenige Läufer, der am meistern riskierte und die direkteste Linie fand. So erinnert sich der Grödner Rennfahrer Gerhard Mussner, dass er einmal auf der Strecke einen Ast gesteckt hatte, um am optimalsten eine Kurve zu fahren. Später entfernte er dann den Ast, um seinen Konkurrenten keinen Hinweis zu geben. Die Saslong hingegen wurde nach einem anderen Konzept realisiert: keine Horror-Abfahrt mehr, in der die Fahrer über Löcher und Buckel fliegen, an Felsen und Steinen vorbei und in unüber- sichtliche Mauern springen mussten (worin Schranz ein Meister war). Die FIS wünschte sichere Strecken, in denen vor allem die Technik zählte und nicht das extreme Risiko. Tatsächlich wurden in diesem Jahre auch die exponiertesten Stellen der Lauberhorn-, der Hahnenkamm- und der Tofane-Abfahrt entschärft, die ansonsten nicht mehr homoliegerbar gewesen wären. Den Unterschied erkennt man sofort an den Durchschnittsgeschwindikeiten: 111, 600 km/h auf der Saslong, 90,720 auf der Hahnenkamm, 84,250 auf der Lauberhorn und 90,360 in Cortina.