Welche ist die beste Startnummer?
Seit Saisonbeginn werden die Startnummern in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super G auf eine neue Weise vergeben. Die Ă"nderung soll mehr TV-Interesse generieren. Die Meinungen darĂŒber gehen aber auseinander.
Die Vergabe der Startnummern wird im Skisport immer wieder geÀndert und stets wird auf Besserung gehofft. Bis zur vergangenen Saison wurde die Gruppe der 30 punktbesten LÀufer aufgeteilt und es wurden ihnen Nummern zugelost: die Top-7 erhielten 16 bis 22; 8 bis 15 bekamen die Nummern 8 bis 15 und unter den restlichen 15 LÀufern wurden die PlÀtze 1 bis 7 und 23 bis 30 zugelost.
Seit der Abfahrt vor zwei Wochen in Val dâIsĂšre ist ein neues Prozedere in Kraft: Die besten zehn wĂ€hlen eine ungerade Startnummer von 1 bis 19, die folgenden zehn eine gerade Nummer im selben Bereich und 21 bis 30 werden zugelost. Die Nummern ab 30 entsprechen in beiden FĂ€llen der Position in der Disziplinen-Rangliste.
Warum war diese MaĂnahme notwendig? âWenn ich vor dem Fernseher sitze, dann gibt das neue Format viel mehr herâ, erklĂ€rt der Technische Delegierte Wilfried DĂ€uber. âDie Kurve der TV-Einschaltquoten fand bisher ihre Spitze bei den Nummern 16 bis 22 und deshalb wollten wir diesen Bereich etwas verbreiternâ, ergĂ€nzt FIS Chef-Renndirektor Markus Waldner. âDer Zehnte der Rangliste ist derzeit gerade in Trainings das schwarze Schaf, weil er keinen vor ihm fahrenden LĂ€ufer beobachten kann. Im Rennen ist dieser Nachteil geringer, weil dort die 1 eine attraktive Startnummer sein kann.â
Unter den RennlĂ€ufern gehen die Meinungen ĂŒber die Neuheit weit auseinander: âIch bin einverstanden, weil die bisherige Regelung einzigartig war. Kein anderer Sport benachteiligt seine besten Athletenâ, sagt der Norweger Aksel Lund Svindal. âDas wĂ€re wie wenn in der Formel 1 Mercedes, Ferrari und Red Bull aus den letzten Reihen starten mĂŒssten, um das Rennen spannend zu machen.â
Prinzipiell auch dafĂŒr ist der SĂŒdtiroler Christof Innerhofer, aber: âEs wird schwieriger, die Besten zu schlagen und Ăberraschungen zu erzielen. Ich finde es jedoch gut, dass der Zufall ausgeschaltet wird. FrĂŒher konnten zwei âNachbarnâ in der Rangliste mit 1 und 30 ins Rennen gehen. Das kann ein groĂer Unterschied sein.â Der Franzose Adrien Theaux dagegen meint: âDie ersten drei sind klar im Vorteil und ich bin mit dem neuen System deshalb nicht einverstandenâ.
In dieser Saison bleibt die Regelung bestehen, aber im Hinterzimmer denkt man schon ĂŒber Verfeinerungen nach. âEs gibt viele Möglichkeiten, das neue System leicht zu verĂ€ndern, um das Problem zu lösen. Das werden wir nach der Saison in Ruhe machenâ, sagt Waldner. Bis dahin aber mĂŒssen die RennlĂ€ufer mit der Situation leben: âEs ist so und wir mĂŒssen das Beste daraus machenâ, sagen einheitlich die Trainer von Hannes Reichelt und Andrew Weibrecht, die bislang in Gröden die Startnummern 1 erhielten.



